Gibt es doch noch Hoffnung für die Nahversorgung in Hochmoor?

Vor nun mehr über acht Jahren hat das Lebensmittelgeschäft Vogt die Türen geschlossen. Und auch die Getränkeversorgung vor Ort ist nach dem AUS für Schoppi zusammengebrochen. Metzgerei Greving und Bäcker Mensing waren die verbleibenden Einzelhandelsgeschäfte.

Seit dem wurde die Nahversorgung in Hochmoor immer wieder, vor allem vor den letzten drei Kommunalwahlen von späteren Bürgermeistern und auch von Parteien, als „das dringendste Thema“ herausgestellt. Nach der Wahl ging man aber jedes Mal zum Tagesgeschäft über. Das Ergebnis für Hochmoor: totaler Stillstand in der Nahversorgung. Übrigens: in der Verantwortung waren CDU-Bürgermeister und CDU als stärkste Fraktion im Rat.

Und wie Phönix aus der Asche brachte der letzte CDU-Bürgermeister im vergangen Jahr einen Lichtblick (wieder vor der Wahl): „Norma“ kommt. Ein Grundstück war da, Pläne wurden vorgestellt, alle freuten sich.  Und nach der Wahl: In der ersten Sitzung des Bezirksausschusses nach der Wahl dann die Nachricht: Norma hat kein Interesse auf dem vorgesehenen Grundstück zu bauen.

In derselben Sitzung stellte sich die Frage, ob die für den Discounter vorgesehenen Grundstücke verkauft und somit die Chancen auf einen Laden auf Null gesetzt werden sollen. Die CDU stellte sich gegen diese Chance und stimmte für den Verkauf der Fläche, die für die Nahversorgung vorgesehen war. „Ich bin sehr froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat.“ sagte der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Marc Jaziorski. SPD & FDP stimmten für den Erhalt der Flächen und die Grünen enthielten sich. Nur deshalb konnte die Verwaltung anschließend beauftragt werden, weiter an einer Lösung für die Nahversorgung zu denke.

Das Thema Nahversorgung sollte nach der Kommunalwahl im September nicht einfach so versickern. Deshalb kümmerte sich der Bezirksausschuss, allen voran der Ausschussvorsitzende, weiter intensiv um das Thema und hielt den Druck auf dem Kessel. Der klare politische Auftrag an die Verwaltung war, sich intensiv um die Nahversorgung in Hochmoor zu kümmern.

In der letzten Sitzung des Bezirksausschusses zeigte sich, wie schlimm es gewesen wäre, wenn die CDU sich mit dem Verkauf durchgesetzt hätte und die Grundstücke verkauft worden wären. Denn K&K entwickelt derzeit ein Versorgungskonzept für Gescher. Dabei wird die Option, einen Supermarkt mit über 1100 qm in Hochmoor zu errichten, ernsthaft in Erwägung gezogen. Auf der Fläche, die durch die vorausschauenden Beschlüsse von SPD, FDP und Grünen noch zur Verfügung stehen.

Umso erstaunter waren die Mitglieder im Bezirksausschuss, als der Sprecher der CDU in Hochmoor, Reinhold Gerz, sich plötzlich meldete und posaunte, dass sei das Ergebnis der jahrelangen und guten Arbeit von CDU und CDU-Bürgermeistern. Nennen wir das mal eine „alternative Wahrheit“. Denn in der Äera der CDU ist mit Blick auf die Nahversorgung nichts geschafft worden.

Fakt ist, dass SPD, FDP und Grüne sich für den Erhalt der Flächen bekannt haben, auf denen jetzt die Planung weitergehen kann.

Am Ziel angekommen? Wohl noch nicht. Denn einen ähnlichen Plan gab es schon einmal. Deshalb darf man zurecht noch etwas zögern und eine Vorfreude bremsen. Denn Verträge gibt es noch nicht. Zuerst muss noch ein Einzelhandelsgutachten erstellt werden. Diese Gutachten muss die Notwendigkeit eines Supermarktes in Hochmoor noch belegen. Das Gutachten wird gegen Ende des Jahres erwartet.

„Ich bin froh, dass K&K ihr Interesses bekundet hat. Aber wir sollten in Optionen denken und alles daransetzen, nicht noch weitere Zeit zu verlieren.“ meinte Marc Jaziorski. „Denn wir haben ja gerade erst erlebt, dass Norma einen Rückzieher gemacht hat und wir wieder ein wertvolles Jahr verloren haben.“ Darin liegt auch der Grund, warum die Initiative Dorfladen Hochmoor ihre Aktivitäten noch nicht einstellt. Man will diese Option umsetzen können, wenn die Lösung mit K&K nicht zum Tragen kommt.